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Großstädte in Deutschland - Augsburg

Die Universitätsstadt Augsburg ist eine Kreisfreie Stadt im Südwesten Bayerns. Augsburg ist die älteste Großstadt Deutschlands. Sie ist Hauptstadt und Sitz der Regierung von Schwaben sowie des Bezirks Schwaben und des Landkreises Augsburg. Gegenwärtig hat die Stadt ca. 280.000 Einwohner und steht damit nach München und Nürnberg an 3. Stelle unter den Großstädten des Freistaates. Ihr Name geht auf die römische Siedlung Augusta Vindelicorum zurück, gegründet vom Kaiser Augustus.

Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Augsburg und bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Nächst größere Städte sind München ca. 57 km östlich, Nürnberg, ca. 121 km nördlich und Stuttgart ca. 133 km nordwestlich. Die Einwohnerzahl der Stadt Augsburg überschritt ca. 1906 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg, ein großes Waldgebiet, jedoch auch das Stadtgebiet ist stark begrünt, wofür Augsburg bereits 1997 den europaweiten Siegerpreis als "Grünste und Lebenswerteste Stadt" erhielt. Augsburg will ebenfalls Kulturhauptstadt Europas 2010 werden.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen unmittelbar an die Stadt Augsburg und bilden daher mit ihr ein noch größeres "Stadtgebiet", im Norden beginnend und dann im Uhrzeigersinn:

Rehling, Affing, Friedberg (Bayern), Kissing, Mering und Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn, Bobingen, Gessertshausen, Diedorf, Stadtbergen, Neusäß, Gersthofen, Langweid (alle Landkreis Augsburg)

Geografie

Die Stadt liegt am Lech, der aus Tirol kommend 150 km südwestlich entspringt und 40 km nördlich in die Donau mündet. Der älteste Teil Augsburgs und sein Süden liegen auf dem nördlichen Ende einer Hochterrasse. Die Terrasse entstand zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes, zwischen den Talauen der Alpenflüsse Lech und Wertach, die sich nördlich der Stadt vereinigen.

Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine eiszeitliche Schotterebene zwischen den beiden Flüssen (siehe unter Geschichte).

Wappen

Beschreibung: In von Rot und Silber gespaltenem Schild eine grüne Zirbelnuss auf goldenem Kapitell, das mit einem gekrönten Köpfchen belegt ist. Die Stadtfarben sind rot-grün-weiß.

Bedeutung: Das älteste nachweisbare Stadtsiegel Augsburg aus dem Jahr 1237 zeigt ein zweitürmiges Stadttor mit Zinnenmauer, darüber ein Stern. Im Torbogen steht ein Lebensbaum, ab 1260 eine Traube auf Fuß. Diese deutet wohl auf den Namen der Stadt "Augster" hin, was eine Traubesorte darstellt. Im 15. Jahrhundert wird eine grüne Traube in rot-weißem Schild dargestellt. Der Fund eines Pinienzapfens (wohl die Spitze eines römischen Grabsteins) 1467 ließ aus der Traube eine Zirbelnuss werden. Das Köpfchen auf dem Kapitell ist seit 1521 nachweisbar, die Mauerkrone erst seit 1811. Die Bedeutung dieser Symbole ist nicht geklärt. Die Stadtfarben sind seit 1372 bekannt.

Geschichte

Als Datum der Gründung von Augsburg wird 15 v. Chr. angegeben. Tatsächlich wurde in diesem Jahr etwas außerhalb der antiken und der mittelalterlichen Stadt Augsburg ein Legionslager, später auch ein Nachschubdepot errichtet. Daraus wird das Jahr 15 v. Chr als Zeitpunkt der Stadtgründung abgeleitet. Augsburg ist diesem Gründungsdatum zufolge die nach Trier zweitälteste Stadt Deutschlands.

In Anlehnung an die vor der Zeitenwende entstandenen Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum, die im Jahr 122 n. Chr. das römische Stadtrecht erhielt. Augsburg war Hauptstadt der römischen Provinz Raetien. Es ist jedoch umstritten, ab wann dies der Fall war, denn der archäologische Befund deutet darauf hin, dass im ersten Jahrhundert n. Chr. noch Kempten (Cambodunum) die Hauptstadt war. Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Provinzhauptstadt von Raetia Sekunda. Augusta Vindelicorum wurde im 5. Jahrhundert zerstört. Schon in der Spätantike war Augsburg Bischofssitz. Etwas südlich der Bischofsstadt bildete sich im 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung. Südlich Augsburgs wurde auf dem Lechfeld 955 Geschichte geschrieben, als Kaiser Otto I. - mit Hilfe von Bischof Ulrich von Augsburg - die westwärts strebenden Ungarn besiegte.

Im Jahr 1156 erhielt Augsburg das Stadtrecht durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Ab 1251 ist das Recht der Stadt auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer Bürger belegt. König Rudolf von Habsburg verlieh Bischofsstadt und Kaufmannsstadt 1276 die Reichsfreiheit (Freie Reichsstadt). In der Folge wird Augsburg von den Patriziern beherrscht. 1368 Aufstand der Handwerker und Einführung einer Zunftverfassung. Die Zünfte sind bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt.

1379 Beitritt Augsburgs zum Schwäbischen Städtebund (dieser zerfällt 1388).

1469-1478 Zunftdiktatur des Ulrich Schwarz, der 1478 hingerichtet wird.

Danach war Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance ein bedeutendes Zentrum der Wirtschaft und des Handels. Bekannte Namen aus dieser Zeit sind die Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser.

Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 formulierte Philipp Melanchthon mit dem Augsburger Bekenntnis die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen Kirche.

Von 1531 bis 1535 waren nur Anhänger Zwinglis als Prediger in der Stadt zugelassen.

In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 auch eine bedeutende Täufergemeinde. Bekannt geworden ist vor allem die Augsburger Märtyrersynode 20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise. Die meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.

Während des Dreißigjährigend Krieges wurde Augsburg auch von der der schwedischen Armee unter Gustav II Adolf eingenommen.

Im Jahr 1548 veranlasst Kaiser Karl V. eine neue patrizische Stadtverfassung. Bis 1805 regieren sieben Patrizierfamilien, katholisch und evangelisch, die Stadt. 1784 und 1794 Weberunruhen gegen die Patrizier.

Durch den Friedensvertrag von Preßburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen Polizeidirektor. Damit unterstand die Stadt direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als "kreisfrei".

1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging, der bei der Kreisreform 1972 seine heutige Ausdehnung erhielt, als die ehemaligen Landkreise Schwabmünchen und Wertingen mit dem Landkreis Augsburg vereinigt wurden. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst stets kreisfrei.

Bereits 1772 entstand mit der Schüleschen Kattunfabrik die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent. Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg)

Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bei einem verheerenden Bombenangriff der Britischen Luftwaffe in der Nacht vom 25. Februar 1944 wurde fast die komplette Augsburger Innenstadt zerstört. Bilanz des Bombardements mit 300.000 Brandbomben: 730 Tote und über 1.300 Verletzte. Danach verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt.

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